Archiv für Januar 2011

Demo-Flyer der Ultras

Gegen Nazis – Im Stadion & überall!
4.Juni – Naziaufmarsch verhindern!

Am Samstag, den 27. November 2010 kam es durch faschistische Hooligans (unter anderem Mitglieder der Gruppierung „Kategorie Braunschweig (KBS)“), welche fest in der „Fanszene“ von Eintracht Braunschweig verankert sind, zu einem erneuten Angriff auf die Gruppe Ultras Braunschweig (UB).
Während des Landesliga-Spiels der Handballdamen von Eintracht Braunschweig in der Sporthalle „Alte Waage“ versuchten etwa 20-25 Personen eine gewaltsame Auseinandersetzung mit den Ultras Braunschweig herbeizuführen.
Dabei wurde schnell deutlich, dass der Grund des Angriffes die antifaschistische Arbeit der Ultras Braunschweig war. Die Angreifer versuchten beispielsweise durch den „Hitlergruß“ zu provozieren, trugen Mobilisierungs-Buttons für den Naziaufmarsch am 4. Juni nächsten Jahres in Braunschweig und sind größtenteils als bekannte faschistische Hooligans identifiziert worden. Da die UB nicht auf die Provokationen eingingen und der Hallenwart die Polizei informierte, kam es zu keiner direkten körperlichen Konfrontation.

Bei diesem Angriff handelte es sich allerdings nicht um den ersten Versuch von rechten Fußballfans, UB wegen ihrer politischen Arbeit gegen Faschismus und Rassismus anzugehen. Insbesondere in der jüngeren Vergangenheit mehren sich Angriffe, Drohungen und Anschläge auf Mitglieder der UB oder den Treffpunkt der Gruppe.
So kam es Ende Februar diesen Jahres vor der Diskothek MERZ in der Braunschweiger Innenstadt zu einem derartigen Vorfall, als AktivistInnen der UB und andere AntifaschistInnen von Mitgliedern der Fangruppe Liontology angepöbelt wurden. Dabei skandierten jene rechtsradikale Parolen wie „Ausländer raus!“ und „Sieg Heil“!“, dazu wurde der Hitlergruß gezeigt. Nach kurzer Gegenwehr ergriffen die Provokateure die Flucht.
Im April kam es dann zu einem versuchten Angriff auf die Räumlichkeiten der Ultras, als faschistische Hooligans versuchten sich gewaltsam Zutritt zu verschaffen, ein anderer ihrer Kameraden hatte kurz vorher ebenfalls mehrfach gegen Tür und Fensterfront geschlagen und getreten. Und auch während bzw. nach dem folgenden Heimspiel der Braunschweiger Eintracht traten einer oder mehrere unbekannte TäterInnen eine Scheibe der Fensterfront kaputt. Begleitet wird dies von zahlreichen Drohungen und Beleidigungen, dabei bedienen sich die Angreifer antisemitischer Parolen oder dem Nazi-Jargon wie „UB-Juden“ oder „Antifa-Zecken“, sowie „Zecken-Ultras“.

Seit vielen Jahren ist ein faschistisches Weltbild im Braunschweiger Hooligan-, und vereinzelt auch im Fanspektrum, fest verankert.
Mitglieder der einzelnen Hooligan-Gruppen, allen voran Kategorie Braunschweig, sind darüber hinaus ebenfalls in verschiedenen Nazistrukturen aktiv. So zeigt sich, dass es sich nicht nur um eine rechtsoffene Einstellung der Gruppen handelt, sondern sie auch konkrete Überschneidungen mit der Naziszene besitzen. Bei KBS finden sich somit Nazis, die auch bei den nunmehr aufgelösten „Autonomen Nationalisten Harz und Heide“ aktiv waren.
KBS ist, wie andere Gruppen, ein fester Bestandteil der „Fanszene“. Auch die nicht anderweitig organisierten Mitglieder beweisen ihre Einstellung durch das Tragen von Thor Steinar oder der Verwendung des Wortes „Jude“ als Schimpfwort gegenüber anderen Vereinen oder ihren AnhängerInnen. Ebenso gehören antisemitische und antiziganistische Rufe zu dem normalen Verhalten am Spieltag.
Demgegenüber in nichts nachstehend beweisen sich die „Fetten Schweine/Hungerhaken“ (FSHH), denen M**** B******* [verborgen durch vonnichtsgewusst.blogsport.de] , einer der führenden Köpfe der „Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel/Salzgitter“, angehört. Die AN WF/SZ nahmen unter anderem an Naziaufmärschen wie in Bad Nenndorf teil, und auch andere Personen aus der Hooligan-Szene zeigten sich schon bei verschiedensten Aufmärschen, wenngleich sie sich nicht alle fest in anderen Nazistrukturen organisieren.

Wir empfinden die stillschweigende Akzeptanz von Faschisten und/oder faschistischer bzw. reaktionärer Gesänge im Umfeld der Fußball-„Fanszene“ von Eintracht Braunschweig als eine ernsthafte Bedrohung für jene Menschen, die nicht in das reaktionäre Weltbild der Nazis passen. Dieser gefährliche Fakt wird gerne verkannt und sich stattdessen die Ultras Braunschweig als Zielscheibe gesucht, um ihnen absurderweise vorzuwerfen, dass sie Eintracht Braunschweig zu sehr politisieren würden.
Inzwischen wird seitens der Nazis auf massive, gewaltsame Übergriffe gesetzt, die einzig und allein der Einschüchterung dienen. Wir fordern daher auch andere Fans, ZuschauerInnen und neutrale BeobachterInnen der Braunschweiger Eintracht auf, sich endlich bewusst zu werden, worum es bei diesen Anfeindungen und Angriffen geht: Um faschistische Übergriffe auf AntifaschistInnen, die schon lange nichts mehr mit einer „normalen“ Fußballrivalität zu tun haben.

Wir lassen uns nicht einschüchtern und setzen hierbei auf eine breite antifaschistische Solidarität. Diesen Negativentwicklungen in Braunschweig gilt es sich gemeinsam und entschlossen entgegenzustellen.

Den antifaschistischen Selbstschutz organisieren
Nazis raus aus der „Fanszene“ – Kein Fußbreit den Faschisten!

Naziaufmarsch am 4. Juni in Braunschweig verhindern!

Ultras Braunschweig im Dezember 2010

Quelle: liberation.blogsport.de

Veröffentlichungen der Ultras

Zusammenfassung der politischen Übergriffe auf die Gruppe Ultras Braunschweig 2001.
Folgend die Online-Veröffentlichungen der Ultrà-Gruppe:

29.November2010
Erneuter Naziübergriff auf antifaschistische Ultras

Am vergangenen Samstag, den 27. November 2010 kam es durch rechtsradikale Hooligans, welche fest in der Fanszene von Eintracht Braunschweig verankert sind, zu einem erneuten Angriff auf unsere Gruppe Ultras Braunschweig.

Während des von uns besuchten Landesliga-Spiels der Handballdamen von Eintracht Braunschweig in der Sporthalle „Alte Waage“ versuchten diese mittels Provokation und Gewaltandrohungen eine körperliche Auseinandersetzung herbeizuführen. Zwei vor der Halle wartende Ultras wurden während des Spiels seitens zweier vorbeigehender, telefonierender Nazis (mindestens einer davon Mitglied bei der rechten Hooligangruppierung „Kategorie Braunschweig“) mittels Handzeichen („Kehle durchschneiden“) bereits Gewalt angedroht. Die zwei Bedrohten bewegten sich nach dieser Aktion zurück in die Halle, um einer möglicherweise entstehenden Konfliktsituation aus dem Weg zu gehen. Sie konnten von dort aus im weiteren Verlauf beobachten, wie sich in geringer Entfernung zur Halle eine Gruppe von etwa 10 Personen ansammelte.
Bereits zu diesem Zeitpunkt befand sich ein in Hooligankreisen verkehrender Nazi in der Halle und fiel durch permanentes Telefonieren und Beobachten der AktivistInnen der Ultras Braunschweig auf. Nachdem diese Person und ihre BegleiterInnen nach einiger Zeit die Halle verließen, sammelte sich die inzwischen auf etwa 20-25 Personen angewachsene Gruppe außerhalb der Halle und formierten sich offensichtlich in Angriffsposition.
Kurze Zeit später gegen 18:30 Uhr betraten drei aggressiv auftretende Männer die Halle und forderten uns in einer Distanz von etwa 30 Metern mittels Gebrüll („Kommt doch!“) und Handzeichen bzw. Gestiken (u.a. den „Hitler-Gruß“) auf, sie zu attackieren bzw. ihnen die Treppe nach draußen zu folgen. Wohl entgegen ihrer Erwartungen bzw. Planungen taten wir dies jedoch nicht, sondern erwiderten lautstark „Nazis raus“ und verließen unsere Position auf der Tribüne nicht. Nach weiteren Provokationen und Aufforderungen, auf die wir wiederum nicht reagierten, sondern als Gruppe geschlossen zusammenblieben, entfernten sich die Nazis aus der Halle. Im Laufe dieser Situation alarmierte der Hallenwart die Polizei, welche kurz darauf eintraf.

Bei diesem Angriff handelte es sich nicht um den ersten Versuch unsere Gruppe aufgrund ihrer antifaschistischen Grundhaltung zu attackieren. Bereits in der Vergangenheit wurde dies mehrmals probiert, leider konnten nicht alle diese Angriffe so erfolgreich abgewehrt werden. So kam es neben körperlich massiven Attacken auf einzelne Personen und einer nächtlichen Sabotageaktion auf unseren Laden auch zu zwei weiteren Angriffen auf selbigen.
Diese rechtsradikal motivierten Übergriffe häuften sich in der Vergangenheit mehr und mehr. Wir fordern daher auch andere Fans, ZuschauerInnen und neutrale BeobachterInnen der Braunschweiger Eintracht auf, sich endgültig bewusst zu werden, worum es bei diesen Anfeindungen und Angriffen geht.

Zurückschlagen! – Wir werden uns zur Wehr setzen und uns diesen faschistischen Umtrieben entgegenstellen. Wir lassen uns nicht einschüchtern und setzen hierbei auf eine breite antifaschistische Solidarität. Diesen Negativentwicklungen in Braunschweig gilt es sich gemeinsam und entschlossen entgegenzustellen.

Nazis raus aus der Fanszene – Kein Fußbreit den Faschisten!

21.September2010
Übergriff auf ein Mitglied der Ultras Braunschweig

Nach vermehrten politischen Anfeindungen kam es am Abend des 03.09.2010 erneut zu einem gewalttätigen Übergriff gegen einen Aktivisten der Ultras Braunschweig. Dieser war zu diesem Zeitpunkt auf dem Bohlweg unterwegs, als er von einer 6-köpfigen Gruppe zunächst verbal angegangen wurde. Die antisemitischen und rassistischen Beleidigungen gegen ihn und die Gruppe Ultras Braunschweig (unter anderem „Juden-UB“ und „Antifa-Juden“) waren den Angreifern nicht genug. Daher attackierten sie ihn mit Schlägen und Tritten aus der Gruppe heraus. Nachdem er sich in einen Bus flüchtete, versuchten sie die Türen gewaltsam zu öffnen und traten gegen die selbigen, erst die Abfahrt des Busses beendete die Situation. Zuvor waren aus ihrem Kreise bereits ähnliche Drohungen gegen weitere Personen der Ultras Braunschweig auf dem nahegelegenen Magnifest erfolgt.

Zu den Tätern gehören unter anderem ehemalige Mitglieder der Autonomen Nationalisten Harz & Heide. Die Gruppe trat in dieser Form schon vermehrt auf und fiel bereits früher durch eindeutig rechte Anfeindungen gegen AktivistInnen der Ultras Braunschweig auf.

Solche Angriffe werden nicht unbeantwortet bleiben! Keinen Fußbreit den Faschisten!

04.März 2010
In der Nacht zum Sonntag ereignete sich ein Vorfall, in den auch Mitglieder unserer Gruppe verwickelt waren. Aufgrund des in solchen Fällen üblichen „stille Post“-Prinzips möchten wir uns dazu, entgegen der sonstigen Praxis, äußern und die bewusste oder auch unbewusste Weitergabe falscher Informationen verhindern. Am späten Samstagabend gegen 1 Uhr wurden Mitglieder der UB von zwei Mitgliedern der Fangruppe „Liontology“ vor der Diskothek MERZ angepöbelt, zunächst versuchten die beiden Personen (Namen bekannt) durch herablassende Kommentare bezüglich Ultras im Allgemeinen eine Reaktion unsererseits hervorzurufen. Als darauf nicht reagiert wurde, provozierten sie im Anschluss mit eindeutig rechtsradikalen Parolen wie „Sieg Heil!“ und „Ausländer raus!“, dazu zeigten sie den „Hitlergruß“. Dies geschah in Gegenwart zahlreicher anderer Passanten und später auch der Discotheken-Türsteher. Daraus entwickelte sich in der Folge eine kleine Auseinandersetzung und Schubserei, bis die beiden Provokateure schließlich das Weite suchten. Trotz unserer quantitativen Überlegenheit blieb es bei einer fairen Abwehr, so dass niemand dabei verletzt wurde. In der Vergangenheit kam es leider immer wieder zu Anfeindungen und Diskreditierungen unserer Gruppe, seit der Stadionverbotszeit vermehrt aufgrund divergierender politischer und weltanschaulicher Ansichten. Wir haben diesbezüglich immer bewusst eine defensive Haltung vertreten, mit dem Ziel keine unnötige Eskalation herbeizuführen. Die vergangenen Ereignisse zeigen jedoch, dass dieser Weg nicht den gewünschten Erfolg bringt und so werden wir uns gegen derartig motivierte Aggressionen auch zukünftig zur Wehr setzen und Attacken gegen unsere Gruppe und ihre Mitglieder öffentlich machen!

Quelle: www.ultras-braunschweig.de