Archiv für Mai 2011

Hannover 96 vereinnahmt Fans für die Bundeswehr

Die Deutsche Friedensgesellschaft – Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen e.V. in Hannover informiert über Propaganda der Bundeswehr für Kriegseinsätze. Grund der Info ist die inszenierte Veranstaltung im Niedersachsenstadion beim Spiel Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach.


„Hannover 96 – für ein friedvolles Miteinander!“

DFG-VK Hannover: Hannover 96 vereinnahmt Fans für die Bundeswehr
03.05.2011

Am Rande des Fußballspieles von Hannover 96 gegen Borussia Mönchengladbach in der AWD Arena verteilte Klubchef Martin Kind sogenannte „Gelbe Schleifen“ an Angehörige von Bundeswehrsoldaten. Das Symbol wird als Zeichen propagiert, das für Solidarität mit sich im Kriegseinsatz befindenden Bundeswehrsoldaten werben soll. Mit dieser Übergabe, nimmt sich Kind heraus, im Namen aller Fans von Hannover 96 zu sprechen, einer Vereinnahmung, der energisch widersprochen werden muss. Bundesweit lehnen über 70% der Bevölkerung Einsätze der Bundeswehr ab, das dürfte auch unter den Fans des Bundesligisten nicht anders sein. Hier werden für den Versuch, Militäreinsätze zum Normalzustand zu erklären, alle Fans vereinnahmt. Darüber hinaus ist es nicht zu verstehen, warum ein Sportverein, sich so an die Bundeswehr anbiedern muss. Weltweit ist die Bundeswehr an Kriegseinsätzen beteiligt, der Krieg in Afghanistan, mit dem Massaker in Kunduz, angeordnet durch Oberst Klein, verdienen keine Solidarität. Gerade Sport als verbindendem friedlichem Element, sollte im Gegensatz zur militärischen Konfliktlösung der Vorrang gegeben werden. Hannover 96 muss sich fragen, warum er als Sportverein, dem entgegengesetzt agiert.

Dass die Schleifen mit dem Spruch: „Für ein friedliches Miteinander“ überreicht wurden, erscheint im Rahmen eines militärischen Einsatzes zumindest zynisch.

Wir fordern den Verein auf, sich von dieser Aktion zu distanzieren und die Vereinnahmung der Fans für politische Zwecke zu unterlassen.

Militär raus aus den Stadien!

Ralf Buchterkirchen (Sprecher DFG-VK Hannover)
für die Deutsche Friedensgesellschaft-Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen (DFG-VK) Hannover und das Friedensbüro Hannover

Quelle: dfg-vk.de

Nach der Anti-Nazi(-Hooligan)-Demo

Das Antifaschistische Plenum und die Jugend Antifa Aktion (JAA) veröffentlichen eine Stellungnahme, in der die Gruppen auf die Berichterstattung der Braunschweiger Zeitung zur Demo am 21. Mai 2011 eingehen:

Stellungnahme
Veröffentlicht am 25/05/2011

Stellungnahme des Antifaschistischen Plenums und der Jugend Antifa Aktion (JAA) zu den Ereignissen bei der Demonstration „Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen“ am 21. Mai 2011 in Braunschweig

>>> Stellungnahme mit Anhang als PDF

Die Artikel „Demonstranten griffen Eintracht-Fans“ bei www.newsclick.de vom 22.05.2011 und “Kein Rechts-Trend bei Eintracht-Fans” vom 23.05.2011 in der Braunschweiger Zeitung erwecken den Eindruck, TeilnehmerInnen der Demonstration hätten Gäste des „Lindi“ am Bohlweg angegriffen, weil sie „Eintracht-Fans“ sind.

Verständlicherweise ist deshalb der Unmut und das Unverständnis – nicht nur bei den Fans von Eintracht Braunschweig – über diese Auseinandersetzung sehr groß.

Wir möchten dazu eines ganz deutlich klar stellen: Es ist weder Ziel noch Praxis antifaschistischer Gruppen Leute anzugreifen, weil sie Fußballfans oder Anhänger eines bestimmten Vereins sind.

Wieso spricht die Braunschweiger Zeitung von einem Angriff auf „Eintracht-Fans“? Die von der Auseinandersetzung betroffenen Gäste des „Lindi“ waren nach Augenzeugenberichten weder durch Kleidung oder sonstige Kennzeichen als Fans von Eintracht Braunschweig auszumachen. Keiner von ihnen trug einen Fanschal, keiner trug ein entsprechendes T-Shirt oder auch nur blau-gelbe Kleidung. Dies kann also nicht der Auslöser gewesen sein.

Auslöser der Auseinandersetzung war vielmehr, dass in der Gaststätte eine Person saß, die der rechten Szene zugerechnet werden kann: Als die Demonstration hundert Meter entfernt auf dem Schlossplatz eine Zwischenkundgebung abhielt, saß im Freibereich der Gaststätte F****** O******.

F****** O****** ist als ehemaliger Aktivist der inzwischen aufgelösten Nazigruppe „Autonome Nationalisten Harz/Heide“ öffentlich bekannt. Mehrmals war er Teilnehmer an Nazi- Aufmärschen und anderen Aktivitäten der rechten Szene. So trug er z.B. am 6.12.2008 bei einem Aufmarsch in Berlin ein Transparent der „Nationalen Sozialisten Niedersachsen“ (siehe Fotos im Anhang).

Gemeinsam mit ihm saßen im „Lindi“ Personen, die immer wieder durch antisemitische Sprüche und zum Teil auch durch Drohungen und Angriffen gegen AntifaschistInnen aufgefallen sind. Festzuhalten bleibt also, dass es sich nicht um einen Angriff auf „Eintracht Fans“ gehandelt hat.

Dennoch stehen wir dem Ereignis kritisch gegenüber: Es widerspricht unserem politischen Selbstverständnis, wenn aus einer Demonstration heraus ohne Notwendigkeit Unbeteiligte gefährdet oder geschädigt werden. Wenn so etwas dennoch passiert, tragen wir als MitunterstützerInnen der Demonstration auch die politische Verantwortung mit. Sollten durch diese Auseinandersetzung Unbeteiligte geschädigt worden sein, bedauern wird dieses.

Anlage:
Stellungnahme und Fotos der Teilnahme von F****** O****** am Aufmarsch am 6.12.2008 in Berlin als PDF im Anhang

(Reale Namen von nicht parteigebundenen Personen sind durch [*] von vonnichtsgewusst.blogsport.de gekürzt worden.)

Die Original-PDF gibt es auf der Homepage antifacafebraunschweig.blogsport.eu einzusehen.

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Nachdem das Antifaschistische Plenum und die Jugend Antifa Aktion (JAA) ihre Stellungnahme veröffentlichten, verfasst die Braunschweiger Zeitung folgenden Artikel auf ihrer Online-Präsenz newsclick.de:

Antifa bestreitet Angriff auf Eintracht-Fans
Von Katja Dartsch

Das Antifaschistische Plenum und die Jugend Antifa Aktion wehren sich gegen die Darstellung, Teilnehmer der Demonstration „Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen“ hätten am vergangenen Wochenende Eintracht-Fans in einer Gaststätte am Bohlweg in Braunschweig angegriffen.

Anders als die Polizei es dargestellt hat, habe es sich bei den Angegriffenen, die vor der Gaststätte „Lindi“ saßen, nicht um Eintracht-Fans gehandelt. „Auslöser der Auseinandersetzung war vielmehr, dass in der Gaststätte eine Person saß, die der rechten Szene zugerechnet werden kann“, heißt es in einer Stellungnahme der Organisationen, die die Demo am Samstag unterstützt haben: „Es ist weder Ziel noch Praxis antifaschistischer Gruppen, Leute anzugreifen, weil sie Fußballfans oder Anhänger eines bestimmten Vereins sind.“

Bei dem jungen Mann, den die Demonstranten im Außenbereich der Kneipe entdeckt haben wollen, habe es sich um einen „ehemaligen Aktivisten der inzwischen aufgelösten Nazigruppe Autonome Nationalisten Harz/Heide“ gehandelt. Er habe dort mit Personen gesessen, „die immer wieder durch antisemitische Sprüche und zum Teil auch durch Drohungen und Angriffe gegen Antifaschisten aufgefallen sind“, heißt es in dem Schreiben.

Am Ende der Stellungnahme distanzieren sich die antifaschistischen Organisationen von der Schlägerei generell: „Es widerspricht unserem politischen Selbstverständnis, wenn aus einer Demonstration heraus ohne Notwendigkeit Unbeteiligte gefährdet oder geschädigt werden. Sollten durch diese Auseinandersetzung Unbeteiligte geschädigt worden sein, bedauern wir dies.“ Abgesehen von den 10 bis 15 Angreifern hatten die übrigen knapp 250 Teilnehmer friedlich demonstriert. Auf einem Flugblatt hatten sie „faschistische Übergriffe auf linke Ultras“ verurteilt mit dem Hinweis: „Die Angreifer stammen überwiegend aus dem Hooligan-Spektrum rund um die Fanszene der Eintracht Braunschweig.“

Die Angreifer waren nach der Schlägerei in der Demonstrantenmenge untergetaucht. Die Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruchs. Offenbar ist sie einem oder mehreren Tätern auf der Spur. „Durch Zeugenaussagen haben sich Verdachtsmomente erhärtet“, so Polizeisprecher Wolfgang Klages. Zur Anzahl, zur Herkunft und dem Alter der Verdächtigen will er zum jetzigen Ermittlungsstand nichts sagen.

Mittwoch, 25.05.2011

Quelle: newsclick.de

In der Print-Ausgabe am darauf folgenden Tag (26.Mai 2011) liest sich der Artikel – bis auf wenige nicht inhaltliche Veränderungen – gleich.
Lediglich der Titel des Artikels wurde verändert, und ein Untertitel wurde hinzugefügt:

Antifa: Es war kein Angriff auf Eintracht-Fans
Polizei ermittelt wegen Landfriedensbruch – Laut Demo-Teilnehmern richtete sich die Attacke gegen Neonazi

Links-Trend bei Eintracht-Fans

Die Braunschweiger Zeitung beruhigt die Provinzler. Alles im Lot bei der Eintracht. Immer wieder – immer weiter.

„Kein Rechts-Trend bei Eintracht-Fans“
Von Katja Dartsch

Unverständnis auf allen Seiten hat der Angriff linker Demonstranten auf Eintracht-Fans vom Wochenende in Braunschweig ausgelöst. Karsten König vom Fanprojekt Braunschweig glaubt sogar, dass die Hintergründe gar nicht politischer Natur sind.

„Ich vermute, dass es sich weniger um ein Rechts-Links-Problem, sondern mehr um eine Art Spielchen der Gruppe handelt, die damals aus dem Stadion flog“, sagt König. Damit spielt er auf Mitglieder der Ultras Braunschweig (UB) an, die einst Stadionverbot erhielten, weil sie gegen die Stadionordnung verstießen. Laut König versuchten diese nun, andere Fans in Misskredit zu bringen.

Auch in Fan-Foren der Eintracht werden Teile der UB für den Übergriff verantwortlich gemacht. Der Polizei, die wegen Landfriedensbruchs ermittelt, liegen hingegen bislang keine Hinweise vor, dass die Verdächtigen in Verbindung mit den Ultras stehen.

Den Vorwurf der Demonstranten, in der Fanszene der Eintracht seien zunehmend rechte Hooligan-Strukturen zu erkennen, dementiert König. In den 80er-Jahren habe es eine größere rechte Szene unter den Eintrachtfans gegeben, erklärt er: „Das war schlimm, aber das ist vorbei. Die Fanszene selbst hat das reguliert.“ Zudem habe sich die Vernetzung von Fanprojekt und Fanbeauftragtem in den vergangenen Jahren positiv ausgewirkt.

„Natürlich gibt es in jedem deutschen Stadion Leute, die man einer rechten Gesinnung zuordnen kann, auch in Braunschweig“, so König weiter. Eine politisch organisierte Gruppe gebe es aber nicht. Zum Vorfall am Samstag sagt er: „Die Eintracht-Fans, die für gewöhnlich im Lindi sitzen, sind partyorientiert, aber keineswegs rechter Gesinnung.“

Günter Lindhorst, der die Gaststätte vor knapp 40 Jahren gründete, sagt: „Bei uns verkehren keine Hooligans. Es gab zuvor auch nie Schlägereien in meiner Kneipe. Das war ein Überfall von Chaoten auf mein Geschäft.“

Auch Klaus Buhlmann, Leiter des Staatsschutzes der Braunschweiger Polizei, spricht von einem „blindwütigen Ausbruch von Gewalt“. Der Angriff sei eindeutig von den Vermummten ausgegangen. Buhlmann glaubt indes nicht, dass der Vorfall Auswirkungen auf die geplanten Aktionen gegen Rechts am 4. Juni haben wird: „Die Organisatoren der bürgerlichen Gegenveranstaltungen sind sich ihrer Verantwortung bewusst.“

Zu ihnen gehört auch Michael Kleber vom DGB, der das Aktionsbündnis „Bunt stoppt Braun“ vertritt: „Ich bin generell gegen Gewalt – egal, ob sie sich gegen die Polizei, gegen Neonazis oder gegen die eigenen Leute richtet. Das sollte auch unser Credo für den 4. Juni sein: Wir sollten uns wie Demokraten bewegen und benehmen.“ Er hofft, dass möglichst viele Menschen an den friedlichen Aktionen teilnehmen.

Was bisher geschah:

Am Samstag griffen einzelne Teilnehmer aus dem „schwarzen Block“ einer Demo gegen Rechts die Gäste des „Lindi“ am Bohlweg an. Sie schlugen mit Fahnenstangen auf die Gäste ein, es flogen Stühle und Aschenbecher.

Montag, 23.05.2011

Quelle: newsclick.de

„Antifa und Fußballfans gegen rechte Hooligans“

Diese nette Parole war am 21.Mai 2011 des Öfteren von den Demonstranten in der Innenstadt von Braunschweig zu hören.
Weiteres zu der Anti-Nazi-Demo vorerst aus zwei Online-Auftritten:

Schlägerei am Bohlweg bei Demo gegen Rechtsextremismus
Von Katja Dartsch

In einer Gaststätte am Bohlweg hat es am Samstagnachmittag eine Schlägerei zwischen linken Demonstranten und Eintracht-Fans gegeben.

Von fliegenden Stühlen und Aschenbechern berichtet ein Augenzeuge. Lutz Käune, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Polizei Braunschweig: „Die Demonstranten hatten zu einer Kundgebung vor dem Schloss gehalten. 10 bis 15 Demonstranten entfernten sich einzeln aus der Gruppe. Sie griffen die Fußballfans – vermeintliche Hooligans – in der Gaststätte an.“ Mit Fäusten und Fahnenstangen sollen sie die Eintracht-Fans attackiert haben. Zur Abwehr hätten die Gaststätten-Besucher mit Stühlen und Aschenbechern geworfen, bestätigt Käune.

Der Polizei sei es „mit Schwierigkeiten“ gelungen, die Schlägerei unter Kontrolle zu bringen – der Angriff sei sehr plötzlich und sehr aggressiv erfolgt. Fußball-Einsatzkräfte, die das Spiel Eintracht II gegen HSV II begleitet hatten, seien zur Unterstützung herangezogen worden. Die Schlägerei ging zum Glück glimpflich aus: Lediglich ein Mann, der einen Schlag auf den Arm bekommen hatte, hatte sich bis zum Abend bei der Polizei als verletzt gemeldet.

Die angemeldete Demonstration gegen Rechtsextremismus hatte um 14.30 Uhr friedlich am Hauptbahnhof gestartet. „Kein Fußbreit den Faschisten“ und „Den rechten Konsens brechen“ stand auf den Spruchbändern der rund 250 Demonstranten. Aber auch: „Zurückschlagen“. Vorneweg ging der „schwarze Block“, junge Männer in schwarzen Kapuzenpullovern und mit Sonnenbrillen, dahinter folgte ein Musikwagen, dann eine buntere Truppe. So zogen die Demonstranten in Polizeibegleitung vom Bahnhof über den John-F.-Kennedy-Platz Richtung Schloss. Dort kam es zu den Ausschreitungen. Abgesehen von den 10 bis 15 Schlägern setzten sich die übrigen Demonstranten friedlich für ihre Ziele ein.

Mit Lautsprechern verbreiteten die Demonstranten später, Nazis hätten die Linken angegriffen. Die Polizei bestreitet dies.

Die „Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen“ hatte während der Demo Flugblätter verteilt. Ihr Sprecher Karl Petersen hatte vor dem Start erklärt: „Zunehmend sind Faschisten in Braunschweig präsent, es hat in letzter Zeit mehrere Übergriffe auf antifaschistische Jugendliche gegeben. Die Angreifer stammen dabei überwiegend aus dem Hooligan-Spektrum rund um die Fanszene des Vereins Eintracht Braunschweig.“

Die Initiative wird unterstützt von der Antifaschistischen Gruppe Braunschweig, dem Antifaschistischen Plenum Braunschweig, der Braunschweiger Jugend gegen Rechts, der Jugend Antifa Aktion Braunschweig, dem Nexus, SJ – Die Falken KV Braunschweig und den Ultras Braunschweig.
Samstag, 21.05.2011

Quelle: newsclick.de

Sonntag, den 22. Mai 2011 um 12:20 Uhr
Braunschweig: Schlägerei am Rande einer Anti-Nazi-Demo
Verfasst von Robert Scholz

In Braunschweig ist es gestern am Rande einer Demonstration gegen Faschismus zu einer Schlägerei zwischen Linksextremisten und mutmaßlichen Hooligans von Eintracht Braunschweig gekommen.

Wie das Portal „newsclick“ unter Berufung auf Augenzeugen berichtet, sollen Aschenbecher und Stühle geflogen sein, nachdem sich eine Gruppe von etwa 15 Personen von einer Demonstration gegen Faschismus entfernt hatte, um eine nahegelegene Gaststätte aufzusuchen, in der sich Eintracht-Braunschweig-Fans getroffen hatten.

Einem Polizeisprecher zufolge hätten zunächst die Linksextremen die Fußballanhänger mit Fahnenstangen und Fäusten attackiert, die sich mit Aschenbechern und Stühlen zur Wehr setzten. „Mit Schwierigkeiten“ sei es der Polizei gelungen, die Schlägerei unter Kontrolle zu bringen. Bis auf eine Person sei allerdings niemand verletzt worden.

Um 14:30 hatte die Demonstration am Hauptbahnhof begonnen, auf der von der „Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen“ Flugblätter verteilt wurden, die Attacken aus Reihen der Braunschweiger-Fanszene auf antifaschistische Projekte thematisierten. Demnach hätte ein Sprecher der Initiative vor dem Start erklärt: „Zunehmend sind Faschisten in Braunschweig präsent, es hat in letzter Zeit mehrere Übergriffe auf antifaschistische Jugendliche gegeben. Die Angreifer stammen dabei überwiegend aus dem Hooligan-Spektrum rund um die Fanszene des Vereins Eintracht Braunschweig.“

Quelle: endstation-rechts.de

4.Juni – Mobi-Videos

Nazi-Aufmarsch am 4.Juni 2011 in Braunschweig verhindern!

Mitläufertum…

… denn lediglich „auf dem rechten Auge blind sein“ ist scheinbar nicht mehr en vogue.

Ein Vorbericht zur Anti-Nazi-Demo am Samstag den 21. Mai in Braunschweig, der zusammenfassend die derzeitige Situation im Stadion, der Stadt und der Fanszene beschreibt, und gleichzeitig zur Demo mobilisiert, ist auf der Plattform Indymedia online gegangen. --> click

Eine relativ neue Nachricht über die Nazi-Aktivitäten von „Kategorie Braunschweig“ (Kategorie BS bzw. KBS) ist folgende Passage im Vorbericht, die einen Marsch (sehr passende Definition) der Fanszene nach dem wichtigen Sieg um den Aufstieg in die 2.Liga beschreibt:

Die schweigende Masse rund um den Verein Eintracht Braunschweig
Die Rolle der restlichen Fanszene und AnhängerInnen von Eintracht Braunschweig ist in diesem Zusammenhang ebenso von Bedeutung. Klar ist, dass o.g. Strukturen lediglich von einem kleinen Teil bewusst gefördert und von dem Gros der übrigen ZuschauerInnen überwiegend stillschweigend hingenommen werden.
Ebenso offensichtlich scheint aber zu sein, dass auch ganz aktuell der sportliche Erfolg eher blind macht für relativ offen zur Schau getragene rechte Umtriebe. Anders lässt es sich nicht erklären, warum die Fanszene der Braunschweiger Eintracht keine Kritik an den Machenschaften der rechten Hooligangruppe Kategorie Braunschweig übt. Diese ist im Stadion und drumherum derzeit präsenter denn je und versteckt dabei nicht einmal ansatzweise die eigene Gesinnung.
Im Siegestaumel des Aufstiegs am 14. Mai ist dann auch in weiteren Kreisen ein lautes „Juden Hannoi“ direkt an einem der zentralsten Orte der Stadt offenbar für die wenigsten ein Problem, warum sollte es dann stören, wenn die Hooligans ähnliches weiter manifestieren?
Sinnbildlich für diese falsche Toleranz ist ebenso der Marsch der Fanszene vom Stadion in die Innenstadt nach dem Spiel gegen Babelsberg 03 am 15. April, als sich „Kategorie Braunschweig“ mit Zaunfahne ganz vorne einreihte und „Hier marschiert der Nationale Widerstand“ skandierte. Widerspruch blieb aus.


Der Marsch nach dem Heimspiel gegen den SV Babelsberg 03.
Fotoquelle: braunschweig1895.de

Daher:

Demo-Aufruf 21. Mai 2011

Zur Demonstration am 21. Mai wurde nun von den Beteiligten der „Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen“ ein spezieller Blog installiert auf dem der Aufruf zur antifaschistischen Demo „Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen!“ online gegangen ist.
Und der sieht so aus:

Der Demo-Aufruf:

Demo-Aufruf: Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen!

Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen! Naziaufmarsch am 4. Juni verhindern!

>>> Für den 21. Mai 2011 rufen wir zu einer breiten antifaschistischen Demonstration in Braunschweig auf. Kommt Zahlreich! Beginn ist um 14 Uhr auf dem Vorplatz des Hauptbahnhofs.< <<

Zunehmend sind Faschisten im Stadtbild von Braunschweig präsent und agieren des öfteren gewalttätig gegenüber alternativ aussehenden Jugendlichen und anderen Menschen, die nicht in ihr Weltbild passen. So kam es im Laufe der letzten zwei Jahre im Raum Braunschweig zu mehreren Übergriffen durch Nazis. Oftmals traf diese Gewalt gezielt antifaschistische AktivistInnen aus dem Umfeld der Gruppe Ultras Braunschweig (UB). Die Angreifer stammen dabei überwiegend aus dem Hooligan-Spektrum rund um die Fanszene des Vereins Eintracht Braunschweig. Organisierte Nazis sind ein fester Bestandteil in Braunschweiger Hooligan-Strukturen und auch in einigen Fan-Gruppen wird rechtes Gedankengut propagiert oder zumindest widerspruchslos toleriert. Diese stillschweigende Akzeptanz birgt auch im Stadion die Gefahr, dass sich menschenverachtende Ideologien und Meinungen ausbreiten und als salonfähig
betrachtet werden.

Chronologie faschistischer Übergriffe auf linke Ultras
In Hooligankreisen herrscht ein stark ausgeprägtes Verhältnis von Gewalt, Rassismus und Nationalismus, welches sich in der Vergangenheit oftmals gegenüber linken Ultras der Gruppe UB entlud. Im Folgenden ein Auszug aus der Chronologie derartiger Vorfälle:

  • Am 28. Februar 2010 belästigten Mitglieder der Fangruppe Liontology Braunschweig einige antifaschistische Ultras und andere Antifa-AktivistInnen vor der Diskothek „Merz“ mit dem Zeigen des „Hitlergruß“ und „Sieg Heil“-Rufen. In Folge dessen kam es zu einer Auseinandersetzung.
  • Am Abend des 14. April 2010 ereignete sich ein Angriff durch sechs Hooligans, die versuchten den damaligen Treffpunkt der UB zu stürmen, welcher zu diesem Zeitpunkt von zahlreichen Menschen besucht war, wobei u.a. die Eingangstür durch massive Gewalteinwirkung zerstört wurde. Bereits einige Monate zuvor attackierten Personen aus den selben Kreisen in den Abendstunden mittels eines Böllers den Treffpunkt und verletzten im Anschluss einen Aktivisten der UB durch körperliche Gewalteinwirkung.
  • Den bisherigen Höhepunkt im negativen Sinne stellt allerdings der versuchte Überfall von etwa 20-25 Personen am 27. November 2010 auf das von UB besuchte Frauenhandballspiel in der Sporthalle „Alte Waage“ dar. Ein Teil der Angreifer, die Mobilisierungsbuttons für den Naziaufmarsch am 4. Juni in Braunschweig trugen, drang in die Halle ein, provozierte und bedrohte hierbei die AktivistInnen der UB mittels des Zeigens des „Hitlergruß“ und versuchte diese durch aggressives Gebrüll und Gestikulieren vor die Tür und damit in die Arme der anderen dort wartenden Hooligans zu locken. Die Hauptakteure dieser Attacken kamen größtenteils aus der Gruppe bzw. den Umfeld von „Kategorie Braunschweig“ (KBS).
  • Kein Fußball den Faschisten!
    Bei diesen und anderen körperlichen Übergriffen fielen immer wieder Äußerungen wie:
    „Juden UB“, „Scheiß Zecken“ oder „Antifa-Ultras aufs Maul“. Nicht nur dieser Umstand zeigt somit eindeutig die politische Dimension der Angriffe von rechten Hooligans in Braunschweig. Mitglieder der Gruppe „Kategorie Braunschweig“ sind mit „Hitlergruß“ auf zahlreichen Gruppen-Fotos im Internet zu sehen. Doch die Sympathie für faschistische Ideologien zeigt sich nicht nur in symbolischer Weise – auch die Teilnahme an Naziaufmärschen verdeutlicht, dass einige Mitglieder in der regionalen Naziszene fest verankert sind. Personen wie S****** „Gambo“ L*******, Gründer der sich inzwischen aufgelösten Organisation „Autonomen Nationalisten Harz und Heide“ (ANHH) oder M**** B*******, welcher seit Jahren an Naziaufmärschen teilnimmt und sich im Umfeld der „Autonomen Nationalisten Wolfenbüttel/Salzgitter“ (ANWF/SZ) bewegt, sind der Hooligangruppe Kategorie Braunschweig zuzuordnen.
    D****** D*********, selber Mitglied bei KBS und Betreiber eines Online-Versands für Nazi-Klamotten, versuchte Ende letzten Jahres gegenüber des Stadions einen „Thor Steinar“-Laden zu eröffnen, der gleichzeitig als Hooligan-Treffpunkt fungieren sollte, was an dem in den Räumlichkeiten aufgehängten Transparent der Gruppe „Kategorie Braunschweig“ zu sehen war. Dank der Recherchen des Antifaschistischen Plenums und des darauf folgenden öffentlichen Drucks konnte die Eröffnung jedoch verhindert werden. Seinen Online-Versand betreibt D******** allerdings weiterhin.

    Auch die derzeit aktivste organisierte Braunschweiger Nazikameradschaft „Thormania“, welche sich an der Mobilisierung und Organisation für den Naziaufmarsch am 4. Juni beteiligt, sympathisiert mit „Kategorie Braunschweig“ und versucht das Stadion als Rekrutierungsort zu benutzen. Thormania-Mitglied O***** „Ollo“ S*** nimmt nicht nur an Naziaufmärschen wie zuletzt in Wuppertal teil, sondern pflegt auch freundschaftlichen Kontakt mit den rechten Hooligans von Eintracht Braunschweig. Jener „Ollo“ ist ebenso verantwortlich für den Angriff auf das Jugendzentrum SUB der Falken am 5. Juli 2010. Darüber hinaus ist er ganz aktuell auf dem Mobilisierungsvideo der Nazis für den geplanten „Tag der Deutschen Zukunft“ am 4. Juni ebenfalls zu sehen.

    Es reicht – wir setzen uns zur Wehr!
    Weg mit allen rechten (Hooligan-)Strukturen! Naziaufmarsch am 4. Juni verhindern!

    Die Gewalt gegen AntifaschistInnen in Braunschweig und Umgebung durch organisierte Nazis droht sich massiv zu verstärken. Aus diesem Grund wollen wir diese Entwicklungen frühzeitig stoppen und setzen dabei auf eine breite antifaschistische Solidarität. Es ist an der Zeit den Einschüchterungsversuchen von Thormania, Kategorie Braunschweig und anderen Faschisten ein Ende zu setzen!

    Daher rufen wir zu einer antifaschistischen Demonstration am 21. Mai 2011 um 14 Uhr ab dem Vorplatz des Hauptbahnhofs auf! Beteiligt Euch darüber hinaus an den Gegenaktionen zum Naziaufmarsch am 4. Juni.

    Gegen Nazis – im Stadion und überall!

    Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen

    UnterstützerInnen
    Antifaschistische Gruppe Braunschweig (AGB)
    Antifaschistische Jugend Seesen
    Antifaschistisches Plenum Braunschweig
    Braunschweiger Jugend gegen Rechts
    FrauenLesbenGruppe Zami
    Jugend Antifa Aktion (JAA) Braunschweig
    Nexus Braunschweig
    SJ – Die Falken KV Braunschweig
    Ultras Braunschweig (UB)

    Quelle: nonazisbs.blogsport.de

    Reale Nachnamen von nicht parteigebundenen Personen sind durch [*] von vonnichtsgewusst.blogsport.de gekürzt worden.