Archiv für November 2011

03. Dezember: Solidarisch gegen rechte Gewalt

Die Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen bewirbt auf ihrem Info-Blog die unten stehende Heimspielveranstaltung am 03. Dezember 2011 in der Güldenhalle und ruft zum Dabei sein auf:

Am Samstag, den 3. Dezember 2011 rufen wir zu einem gemeinsamen Besuch des Frauen-Handballspiels des BTSV in der Güldenhalle auf, um ein solidarisches Zeichen gegen rechte Gewalt und für eine antifaschistische Fankultur zu setzen. Treffpunkt für antifaschistischen Spaziergang zur Halle: 16 Uhr am Kohlmarkt

Im Anschluss an die Herren-Fußballpartie Eintracht Braunschweig gegen den FC St. Pauli am Sonntag, den 28. August 2011 griffen etwa 30 rechte Hooligans eine Gruppe von acht Ultras & Fußball Fans an, als diese nach Spielende das Gelände des Eintracht-Stadions verlassen wollten. Trotz der Anwesenheit von Teilen des Ordnungsdienstes während des Vorfalls und der anschließenden Veröffentlichung einer Pressemitteilung haben sich die Verantwortlichen des BTSV bis dato nicht geäußert. Dabei stellt diese Attacke keinen Einzelfall dar, sondern steht in einem Kontext mit der immer länger werdenden Chronik rechter Übergriffe auf die sich offen antifaschistisch positionierende Gruppe Ultras Braunschweig.

Diese Ereignisse zeigen zum wiederholten Male, warum es notwendig und wichtig ist, dass Fans genau so wie alle anderen Menschen in dieser Gesellschaft klar gegen Nazis und ihre faschistische Ideologie Flagge zeigen. Denn auch im Stadion entsteht rechte Gewalt nicht aus dem Nichts, sondern benötigt einen fruchtbaren Boden, auf dem sie gedeihen kann.

Auch Fankultur hat antifaschistisch zu sein – Basta!

Der Slogan der rechten Hooligan-Band Kategorie C: „Fußball bleibt Fußball und Politik bleibt Politik“ trifft auf großes Akzeptanz sowohl in Braunschweig, als auch in vielen Fanszenen darüber hinaus. Dieser Versuch den gesellschaftlichen Raum des Stadions als unpolitisch zu verkaufen, führt in der Realität eher dazu, dass sich Nazis an diesem Ort relativ ungestört bewegen und dort agieren können.
Doch überall wo Nazis auftauchen, müssen die Menschen ihnen klar machen, dass sie hier nichts zu suchen haben. Überall wo Nazis mit ihrer Kleidung oder ihren Sprüchen ein Klima der Angst schaffen, das Menschen ausgegrenzt, muss die Devise klar sein: Nazis raus!
Deshalb stehen wir offen für eine Fankultur mit einem antifaschistischen Grundkonsens ein, denn unserer Meinung nach darf es keine Freiräume für Nazis geben – nirgendwo!

Gemeinsam solidarisch gegen rechte Gewalt

Am Samstag, den 3. Dezember 2011 werden wir mit dem Frauen-Handballspiel des BTSV gegen den MTV Vorsfelde erstmals nach den Übergriffen wieder eine Sportveranstaltung in Braunschweig gemeinsam besuchen. Damit sich Szenarien wie kürzlich beim Heimspiel gegen St. Pauli oder am 27. November 2010 beim Spiel der Handball-Frauen in der Alten Waage nicht wiederholen, als eine Gruppe rechter Hooligans versuchte die anwesenden Ultras anzugreifen, treffen wir uns um 16 Uhr auf dem Kohlmarkt um von dort aus mit einem antifaschistischen Spaziergang gemeinsam zur Spielstätte an der Güldenhalle zu gehen.
Wir rufen alle Eintracht Fans und andere Mitmenschen dazu auf sich klar gegen rechte Ideologien zu positionieren. Kommt zum Spiel, unterstützt uns und tauscht euch mit uns über die Arbeit gegen rechte Gewalt aus.

Keinen Ort – Raum – Straße – Halle oder Stadion für Nazis!

via nonazisbs.blogsport.de

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Testspiel: Eintracht – SV Werder

Am Freitag den 11. November stehen sich im Eintracht-Stadion in Braunschweig der BTSV und der SVW aus Bremen in einem Testspiel gegenüber.
Die politischen Konflikte innerhalb von Fan-Szenen, die schon länger in Deutschland zu beobachten sind – sich aber zur Zeit merklich häufen – treten ebenfalls intern bei den SV Werder-Fans, -Ultras und -Hooligans auf.

Bereits vor sechs Wochen fanden in Bremen Gerichtsprozesse gegen die Angreifer einer Party im Ostkurvensaal des Weserstadions im Januar 2007 statt.
Der Übergriff auf die Feier der sich antirassistisch positionierenden SV Werder Ultrà-Gruppe „Racaille Verte“ wurde von Nazis der Bremer Hooligan-Truppe „Standarte Bremen“ plus weiterem Anhang aus dem Nazi-Hool-Millieu ausgeübt.

Der nun endlich – über vier Jahren nach der Tat – anlaufende Prozess am Amtsgericht wurde allerdings zu einer Farce.
Teilweise niedrigste vorgesehene Strafmaße der deutschen Rechtssprechung, Einschüchterungsversuche und Vermummungen im Gerichtssaal durch Sympathisanten der angeklagten Nazis, Abfotografieren von VerhandlungsbeobachterInnen durch Nazis, 60 nicht geladene Zeugen und Zeuginnen die zu Lasten der Angeklagten aussagen wollten, ein ermittelnder Staatsanwalt im Urlaub und vor allem die Entpolitisierung des Prozesses, durch die Herabstufung zu einem harmlosen Fan-Konflikt, sorgten für Unverständnis bei interessierten Personen.

Der sich bereits am ersten Prozesstag abzeichnende Verlauf, die Umstände des Verfahrens und der mögliche, rasche Ausgang der Verhandlung mit milden Strafen veranlasste 800 Menschen am 28. September 2011 auf die Straße zu gehen. Selbst der SV Werder Bremen unterstützte die Demonstration gegen rechte Gewalt, und war unter anderem durch seine Fan-Beauftragten persönlich anwesend.

Vom, durch die zuständigen Richter am ersten Gerichtstag, angedachten Weg wurde ihrerseits nicht mehr abgerückt, sodass sieben Nazi-Hooligans nach zwei Tagen vor Gericht ihre geringe Strafe entgegennehmen konnten. Fünf der Angeklagten (die teilweise bis zu zwölf Vorstrafen haben!) müssen Geldstrafen in Höhe von 500 und 1300 Euro bezahlen. Bei zwei von ihnen wurden die Geldstrafen zur Bewährung ausgesetzt.

TV-Beiträge auf radiobremen.de:
Prozess um Überfall auf Ostkurvensaal
Milde Urteile gegen rechts Hooligans

Pressespiegel auf dem Rechte Gewalt stoppen! – Blog:
rechtegewaltstoppen.blogsport.de

Pressefotos von der Demo:

Fotoquellen: radiobremen.de & weser-kurier.de

Werder Ultras:
Racaille Verte
Infamous Youth

Legalize it!

Bürotechnik legalisieren – Emotionen respektieren!
Auch vonnichtsgewusst.blogsport.de unterstützt die Kampagne!


Tennis Borussia Berlin – VfB Hermsdorf

Büromanie – Jetzt oder nie!

via schreibenfuerdiewelt.blogsport.de