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kurvenlage – Rechte Aktivitäten in der Fanszene von Eintracht Braunschweig

Ab heute ist die 80-seitige Informationsbroschüre kurvenlage auf nonazisbs.blogsport.de verfügbar. Inhaltlich beschäftigt sich diese mit rechten Aktivitäten innerhalb der Fanszene von Eintracht Braunschweig. Diese Broschüre richtet sich dabei nicht pauschal gegen alle Anhänger*innen des BTSV. Viel mehr sollen mit Hilfe eines historischen Abrisses über rechte Tendenzen innerhalb der Fanszene, einem Überblick der dahinter stehenden Strukturen und einer Chronologie rechter Übergriffe aus den letzten Jahren alle Eintrachtfans für dieses Thema sensibilisiert werden.

Des Weiteren finden sich in der Broschüre Beiträge zum Thema „Fußball und Politik“, „Rassismus in deutschen Stadien“, der rechten Kleidungsmarke Thor Steinar, der Rechtsrockband Kategorie C, sowie ein Interview mit dem Fanprojekt Bremen.

Wir wollen damit einen Teil dazu beitragen, dem rechten Konsens im Hooliganspektrum und Teilen der Fanszene entgegen zu wirken. Denn Fußball ist für alle da, aber bestimmt nicht für Nazis und Rassist*innen.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

Online-Version der Broschüre

Download als PDF-Dokument (4MB)

Quelle: nonazisbs.blogsport.de

Veranstaltungstipp

Am kommenden Dienstag, 24. Januar 2012, findet im Nexus in Braunschweig eine Infoveranstaltung zum Thema Flüchtlingspolitik in Deutschland statt.

Wenn Schutzsuchende zu Verfolgten werden
Infoveranstaltung mit Nurjana & Nuradil
Beginn: 19:00 Uhr

Es gibt wohl nur wenige Leute die sich vorstellen können, wie es ist, wenn man abgegrenzt von der Mehrheitsgeschellschaft, weit weg vom öffentlichen Leben aufwächst, an einem Ort, wo Menschlichkeit anscheinend keine Rolle mehr spielt. Untergebracht in staatlich organisierten Lagern, in den sich mehrere Leute in winziges Zimmer (5 Personen auf 20qm) teilen müssen, die Hygienequalität katastrophal ist und Lebensmittel nur mit abgezählten Gutscheinen zu erhalten sind.
Auch die beiden Geschwister Nurjana und Nuradil haben diesen „Alltag“ in einem Flüchtlingslager ertragen müssen. Nur durch eine enorme Energie und viel Unterstützung von Organisationen, die sich für Menschenrechte einsetzen, gelang es den beiden aus dem Flüchtlingslager in Meinersen (Landkreis Gifhorn) in private Wohnungen zu ziehen. Doch ihr politisches Engagement verstärkte das Wirken staatlicher Repressionsorganen, die mit Hausdurchsuchungen und des ständiger Androhens der Abschiebung probieren sie einzuschüchtern.

Um zu erfahren, wie die staatlichen Repressionen das Leben der beiden Geschwister beeinflusst und wie sich viele Menschen für eine dauerhafte Aufenthaltserlaubnis und ein Ende der Repression einsetzen, laden wir herzlichst zu unserer Infoveranstaltung mit Nurjana & Nuradil ein.

Wir hoffen wir können viele interessierte Leute begrüßen, die die systematische, menschenverachtende Flüchtlingspolitik in Deutschland, genauso wie wir zum Kotzen finden.

Ultras Braunschweig // Arbeitskreis Antirassismus

via ub01.de & dasnexus.de


Nurjana für die Initiative Jugendliche ohne Grenzen (JOG)


Spruchbänder der Ultras beim Frauen-Handballspiel in Liebenburg.
Fotoquelle: ub01.de

Zum nächsten Spiel gegen Alemannia Aachen

Oder auch: „Das Paralleluniversum am Tivoli.“

Am Sonntag steht die Partie Eintracht Braunschweig – Alemannia Aachen an der Hamburger Straße auf dem Spielplan. Beim vorherigen Heimspiel der Aachener am letzten Wochenende kam es auf der Tribüne im Stadion zu Auseinandersetzungen zwischen der rechtsoffenen Fan-Gruppe „Alemannia Supporters“ – mit tatkräftiger Unterstützung der rechten Gruppe „Karlsbande“ – und den „Aachen Ultras“.

Die „Aachen Ultras“ sprechen sich im Stadion, und darüber hinaus, gegen Diskriminierung und andere Unterdrückungsformen aus und engagieren sich gegen Rassismus im Alltag. Mit dieser offen emanzipatorisch denkenden Positionierung bieten sie leider immer wieder Angriffsflächen für reaktionäre und rechte Fan-Gruppen in Aachen. Aktuell beim letzten Heimspiel auf dem Tivoli. Die Aggressionen gegen die Ultras und die Stellungnahmen auf der Vereins-Homepage von Alemannia, auf der sogar die rechten Angreifer zu Wort kommen dürfen, veranlasste die Ultrà-Gruppe „Racaille Verte“ vom SV Werder Bremen, einen offenen Brief an die Verantwortlichen des Aachener Vereins und die Mitarbeiter des Fanprojekts aufzusetzen, und sich somit solidarisch mit den Aachener Ultras zu zeigen.
Folgend ist dieser feine Brief zitiert:

Offener Brief an Alemannia Aachen und das Fanprojekt Aachen

Anlässlich der Vorfälle, die sich beim Spiel von Alemannia Aachen gegen Wismut Aue zugetragen haben, und als Reaktion auf zwei Veröffentlichungen (1, 2) auf der Homepage des Vereins, haben wir einen Brief geschrieben, den wir hiermit auch öffentlich machen:

Sehr geehrte Verantwortliche bei Alemannia Aachen sowie im Aachener Fanprojekt,

wahrscheinlich kommt dieser Brief etwas unerwartet für Sie. Wir, die Mitglieder der Ultragruppierung „Racaille Verte“, schreiben Ihnen bezüglich des Angriffs von „Alemannia Supporters“ und „Karlsbande“ auf die „Aachen Ultras“, weil wir glauben, dass unsere Bremer Erfahrungen im Umgang mit rechtsgerichteten Fans Ihnen durchaus eine Hilfe sein können.

Wir haben keinen Grund anzunehmen, dass die Schilderungen der „Aachen Ultras“ in irgendeiner Weise falsch oder übertrieben sind. Es ist innerhalb der Ultraszene seit längerem bekannt, dass die „Karlsbande“ nicht nur rechts unterwandert ist, sondern ausdrücklich unter antiprogressivem Vorzeichen gegründet wurde. Die ebenfalls beteiligten „Alemannia Supporters“ können als Tarngruppe für die Aachener Hooligans gesehen werden. Auch diese sind politisch eindeutig rechts einzuordnen.

Es ist uns schleierhaft, wieso Sie den Angreifern auf der offiziellen Vereinsseite eine Plattform gegeben haben, auf der sie ihre Sicht der Dinge quasi unkommentiert darstellen dürfen. Noch viel mehr schockiert uns allerdings Ihre Aufforderung an die „Alemannia Supporters“ und die „Aachen Ultras“, „an der Lösung ihrer Konflikte aktiv zu arbeiten und zur Überwindung des tiefen Risses beizutragen, der die Aachener Fanszene durchzieht“. Wir wollen Ihnen im Detail darlegen, warum wir Ihre Wortwahl und die dahinter stehenden Vorstellungen für völlig abwegig und gefährlich halten.

Dadurch wird eine völlig unangebrachte Äquidistanz zu Opfern und Tätern geschaffen. Es hat hier einen Angriff gegeben, der ganz klar von einem rechtsgerichteten Haufen ausging. Als Verein sind Sie in der Verantwortung, sich hinter diejenigen zu stellen, die sich gegen Diskriminierung und für eine bunte Fankurve einsetzen, und diejenigen zu verurteilen und auszuschließen (nicht nur aus dem Stadion, sondern aus dem gesamten Diskurs), die sich Hass und die gewaltsame Verdrängung andersdenkender Menschen auf die Fahnen geschrieben haben.

Die „Aachen Ultras“ leisten seit einigen Jahren gute Arbeit gegen Diskriminierung. Es ist ein Hohn, nun von dieser Gruppe zu fordern, mit rassistisch, homophob, sexistisch und antisemitisch motivierten Rechtsradikalen zusammenzuarbeiten, um einen Riss in der Fanszene zu kitten. Wenn es zu einem solchen Riss in einer Fanszene kommt, ist die Zeit gekommen, klar Stellung zu beziehen und nicht die Illusion einer Einheit zu wahren.

Eine solche notwendig klare Positionierung mag gerade einem kleineren Verein schwer fallen, doch es lohnt sich. Nachdem unsere Gruppierung vor nunmehr fast fünf Jahren von Neonazis aus der Bremer Hooliganszene angegriffen wurde, erhielten auch wir über die Presse das Angebot des Vereins, sich an einen runden Tisch zu setzen. Wir waren entrüstet ob der Vorstellung, uns mit Nazi-Schlägern zu treffen, die uns erklärtermaßen mit Gewalt loswerden wollten (und bis heute wollen). Nach einiger Zeit sah der Verein seinen verfehlten Ansatz ein und unterstützte unseren Kampf gegen Diskriminierung, den wir trotz aller Drohungen immer weiter intensivierten. Heute kann sich der SV Werder damit rühmen, eine vorbildliche Arbeit gegen Diskriminierung innerhalb und außerhalb des Stadions zu leisten. Durch die kontinuierliche Arbeit der Fans und mit Hilfe der Rückendeckung des Vereins und Fanprojekts hat die Bremer Ostkurve mittlerweile den Ruf, ein offener Ort für alle Menschen zu sein. Das hat nicht nur zur Folge, dass die aktive Fanszene heute größer ist als je zuvor, es sind auch sichtbar mehr Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund anzutreffen. Der Kampf gegen Diskriminierung ist weitgehend Konsens, rechte Schläger sind ein Randphänomen.

Aber nicht nur der Verein, sondern auch das Fanprojekt ist hier in der Pflicht. Eine deutliche, öffentliche und schnelle Positionierung zur Solidarität und Unterstützung der „Aachen Ultras“ wäre das Mindeste. Des Weiteren sollte diese heikle Situation durch ausgebildete Fachkräfte begleitet werden. Die Opfer jetzt alleine zu lassen, würde einer Akzeptanz für den politisch motivierten Angriff gleichkommen. Das Fanprojekt Bremen hat gezeigt, wie eine solche Unterstützung aussehen kann.

Wir wünschen Ihnen in Aachen eine ähnlich erfreuliche Entwicklung. Die „Aachen Ultras“ haben dafür den richtigen Weg eingeschlagen. Unterstützen Sie Ihre Fans auf diesem Weg und verabschieden Sie sich von rechten und rechtsoffenen Ewiggestrigen, denn sie werden Ihnen nicht fehlen!

Herzliche Grüße aus Bremen, Racaille Verte

Testspiel: Eintracht – SV Werder

Am Freitag den 11. November stehen sich im Eintracht-Stadion in Braunschweig der BTSV und der SVW aus Bremen in einem Testspiel gegenüber.
Die politischen Konflikte innerhalb von Fan-Szenen, die schon länger in Deutschland zu beobachten sind – sich aber zur Zeit merklich häufen – treten ebenfalls intern bei den SV Werder-Fans, -Ultras und -Hooligans auf.

Bereits vor sechs Wochen fanden in Bremen Gerichtsprozesse gegen die Angreifer einer Party im Ostkurvensaal des Weserstadions im Januar 2007 statt.
Der Übergriff auf die Feier der sich antirassistisch positionierenden SV Werder Ultrà-Gruppe „Racaille Verte“ wurde von Nazis der Bremer Hooligan-Truppe „Standarte Bremen“ plus weiterem Anhang aus dem Nazi-Hool-Millieu ausgeübt.

Der nun endlich – über vier Jahren nach der Tat – anlaufende Prozess am Amtsgericht wurde allerdings zu einer Farce.
Teilweise niedrigste vorgesehene Strafmaße der deutschen Rechtssprechung, Einschüchterungsversuche und Vermummungen im Gerichtssaal durch Sympathisanten der angeklagten Nazis, Abfotografieren von VerhandlungsbeobachterInnen durch Nazis, 60 nicht geladene Zeugen und Zeuginnen die zu Lasten der Angeklagten aussagen wollten, ein ermittelnder Staatsanwalt im Urlaub und vor allem die Entpolitisierung des Prozesses, durch die Herabstufung zu einem harmlosen Fan-Konflikt, sorgten für Unverständnis bei interessierten Personen.

Der sich bereits am ersten Prozesstag abzeichnende Verlauf, die Umstände des Verfahrens und der mögliche, rasche Ausgang der Verhandlung mit milden Strafen veranlasste 800 Menschen am 28. September 2011 auf die Straße zu gehen. Selbst der SV Werder Bremen unterstützte die Demonstration gegen rechte Gewalt, und war unter anderem durch seine Fan-Beauftragten persönlich anwesend.

Vom, durch die zuständigen Richter am ersten Gerichtstag, angedachten Weg wurde ihrerseits nicht mehr abgerückt, sodass sieben Nazi-Hooligans nach zwei Tagen vor Gericht ihre geringe Strafe entgegennehmen konnten. Fünf der Angeklagten (die teilweise bis zu zwölf Vorstrafen haben!) müssen Geldstrafen in Höhe von 500 und 1300 Euro bezahlen. Bei zwei von ihnen wurden die Geldstrafen zur Bewährung ausgesetzt.

TV-Beiträge auf radiobremen.de:
Prozess um Überfall auf Ostkurvensaal
Milde Urteile gegen rechts Hooligans

Pressespiegel auf dem Rechte Gewalt stoppen! – Blog:
rechtegewaltstoppen.blogsport.de

Pressefotos von der Demo:

Fotoquellen: radiobremen.de & weser-kurier.de

Werder Ultras:
Racaille Verte
Infamous Youth

FARE Aktionswoche Hannover

via FARE Network

Saisonstart gegen die Löwen

Am Sonntag startet die neue Saison der Eintracht mit einem Heimspiel gegen die Löwen.
Die wohl einzige Gruppierung der Sechziger-Anhängerschaft mit inhaltsvollen Themen ist die Initiative „Löwen-Fans gegen Rechts“:

Quelle: loewenfansgegenrechts.de

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Ein Bericht auf sueddeutsche.de beschreibt zudem die aktuelle Lage in der blauen Münchner Fanszene:
(Wie sich die „Cosa Nostra“ um Rechte, Macht und Ordnung kümmert wir wohl zeitlebens ihr offenes Geheimnis bleiben)

Fan-Projekt: Löwen-Fans gegen Rechts
12.07.2011, 12:34
Ganz falsche Freunde
Von Franz Kotteder

Alles hat seine Grenzen – auch im Fußball. Und für Herbert Schröger ist diese Grenze nun erreicht. Der ärgert sich über Neonazis im Fußballstadion – und wehrt sich nun dagegen.

Eigentlich sollte Fußball ja ein Hobby sein, das Spaß macht. „Aber dann geht man ins Stadion und muss sich dauernd mit Nazis ‚rumärgern“, grantelt er, „während sich die Verantwortlichen schön heraushalten und nichts tun.“ Herbert Schröger ist zwar Kummer gewöhnt, er ist ja seit 40 Jahren Anhänger des TSV 1860 München, aber alles hat seine Grenzen. Wobei man wirklich nicht sagen kann, dass er nur schimpft. Er tut auch was gegen seinen Ärger. Indem er zum Beispiel einige Arbeit hineinsteckt in das Fan-Projekt „Löwen-Fans gegen Rechts“.

Der 52-Jährige, der den versierten Astrid-Lindgren-Leser äußerlich ein wenig an Karlsson vom Dach in Groß erinnert, hat eigentlich Wichtigeres zu tun, wie er findet. Von Beruf her ist er Übersetzer und Schriftsteller. Zusammen mit der Autorin Katharina Gerwens hat er mehrere Niederbayern-Krimis rund um den fiktiven Ort Kleinöd im Piper-Verlag veröffentlicht (zuletzt „Rufmord in Kleinöd“).

Momentan aber ist er mit einer Ausstellung beschäftigt. „Tatort Stadion“ heißt sie, wurde vom bundesweiten „Bündnis aktiver Fußballfans“ konzipiert und ist derzeit im „Farbenladen“ des Feierwerks an der Hansastraße 31 zu sehen (bis zum 23. Juli, montags bis samstags von 15 bis 20 Uhr). Schröger macht Führungen für Schulklassen, es finden auch acht Veranstaltungen statt, die – schönes Detail – alle „um 18.60 Uhr Giesinger Zeit“ beginnen, also landläufig um 19 Uhr.

Es geht dabei um RechtsradikaleT und Rassismus im Fußball, um Diskriminierung und Sexismus im Stadion. Für München war es notwendig, eine eigene Tafel mit dem Titel „Münchner Gschichtn“ einzufügen. Da geht es auch um das gehäufte Auftreten von Neonazis bei den Sechziger-Spielen. Das hat wieder zugenommen, sagen die „Löwen-Fans gegen Rechts“.

Seit etwa 15 Jahren hat die lose verbundene Fangruppe – es gibt keine Vorsitzenden oder dergleichen – gut zu tun, erzählt Schröger. „Das kam mit dem ersten Umzug in größere Stadien“, erzählt der 52-Jährige, „zuvor, während der Zeit in der Bayernliga, war die Situation im kleinen Grünwalder Stadion noch überschaubar. Da haben sich die Nazis nicht so recht getraut.“ Jetzt aber, in der Allianz-Arena, wo sich die verbliebenen Sechziger-Fans im riesigen Rund fast verlaufen, treten sie wieder geballt auf.

Im inzwischen schon einschlägig bekannten „Block132″ versammeln sich bei den Heimspielen der Löwen bis zu 100 Rechtsextreme und stadtbekannte Neonazis – jene Aktivisten etwa, die das sogenannte „Heldengedenken“ auf dem Marienplatz abhalten, oder solche aus dem Umkreis von Martin Wiese und der berüchtigten „Kameradschaft Erding“.

Mit solchen Leuten möchten auch eher unpolitische Löwen-Anhänger verständlicherweise nichts zu tun haben. Und weil seit den letzten Turbulenzen um den Verein aus Frust immer weniger Alt-Fans in die Arena kommen, „machen sich jetzt die Nazis wieder breit“. Die Vereinsführung ignoriert das Problem noch, findet Schröger, es sei ihr natürlich unangenehm, wenn der TSV mit Nazis in Verbindung gebracht werde. Bisher habe sie dann meist auf die „Löwen-Fans gegen Rechts“ verwiesen, und als die Gruppe vor zwei Jahren den Julius-Hirsch-Preis des DFB für Fanprojekte gegen Rassismus gewonnen hatte, war man auch im Präsidium mächtig stolz. „Da hatte der Verein plötzlich was Vorzeigbares“, sagt Schröger, „ohne dass er irgendwas dazutun musste.“ Denn außer einer Änderung der Stadionordnung, die den Nazis wenigstens das Tragen von Nazi-Kluft und einschlägiger Transparente verbot, sei wenig passiert.

In der Zukunft sieht es nicht unbedingt besser aus. Bislang hat sich auch die „Cosa Nostra“ darum gekümmert, dass die Rechten nicht überhand nahmen. Die „Cosa Nostra“ ist bei den Sechzigern der sogenannte „Ultra-Fanclub“, der unter den Fans für ein bisschen Ordnung und Struktur sorgt. Nach den Turbulenzen um den Verein und den Einstieg des Investors Ismaik hat sich die „Cosa Nostra“ eine „Denkpause“ verordnet. Schröger fürchtet nun, dass die Rechtsextremen dieses „Machtvakuum im Stadion“ ausnutzen könnten.

In diesem Fall würde auch er, Sechziger-Fan seit 1972, nicht mehr gern mit seiner Frau ins Stadion gehen, wie es sonst geradezu Pflicht ist bei den Heimspielen. Auch sein Engagement kennt natürlich Grenzen, denn er findet: „Wenn so ein Verein jetzt eine Firma sein will, dann muss sich aber langsam auch mal die Firmenleitung um diese Sache kümmern. Wir sind da eigentlich gar nicht zuständig.“

Quelle: sueddeutsche.de

Tatort Stadion 2 in Wolfsburg

Die Ausstellung Tatort Stadion 2, die vom 17. Mai bis zum 02. Juni 2011 in Wolfsburg zu sehen war, ist letzte Woche zu Ende gegangen.
Hier ein kurzer Filmbeitrag der die Inhalte der Ausstellung aufzeichnet.


Quelle: wobstories.de via tatortstadion.blogsport.de