Archiv der Kategorie 'Fans'

Die letzten Tage…

…waren geprägt von weiteren Pressemitteilungen, Artikeln in Zeitungen und Stellungnahmen zur Broschüre „kurvenlage“ der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen und dem Spielbesuch der Ultras Braunschweig am 06.Oktober 2012 im Eintracht-Stadion.

Eine Auswahl der Veröffentlichungen:

25.01.13
Antifaschistisches Infoblatt:
Neonazis beim Fußball – Am Beispiel Braunschweig

11.01.13
Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen:
Wenn die NPD sich in Blau-Gelb präsentiert

09.01.13
Eurosport:
Rechts vor links in der Kurve

30.12.12
Eurosport:
Bundesliga – Braune Gefahr im Schatten der Moralpanik

11.12.12
Panorama 3, Fernsehbeitrag NDR:
Rechte Hooligans: Das unterschätzte Problem

fussball-gegen-nazis.de:
Braunschweig: Die Sache mit den Nazis in der Kurve

Ballesterer Fussballmagazin:
Die braunen Eminenzen

30.11.12
Recherche38:
Eintracht Braunschweig gegen St. Pauli: “Zecken”, “asoziale Nazis”, “Reichskriegsflagge” und der NPD-Parteichef im Stadion

29.11.12
ZEIT-ONLINE:
Das alte, neue Nazi-Problem in den Fankurven

Jan Tölvar:
Rechte Scheiße im Eintracht-Stadion

06.11.12 [Online-Videos]
NDR.de:
Eintracht Braunschweig: Zoff um „kurvenlage“

dazu:
NDR.de:
Neonazis im Fußballstadion? Kein Einzelfall

03.11.12
Ende der Fahnenstange!-Blog:
Braunschweiger Nazis verteidigen die Fanszene der Eintracht

01.11.12 [Exkurs]
Recherche38:
Patrick Kallweit (NPD Niedersachsen): „…, stehe ich in der Südkurve und feuere unsere Braunschweiger Eintracht an.“

31.10.12
Ultras Braunschweig:
Geht UB nicht mehr ins Stadion?

28.10.12
AStA HBK Braunschweig:
Einträchtiges Ignorieren.

25.10.12
taz:
Eintracht Braunschweig schließt die Augen

18.10.12
Die Falken KV Braunschweig:
Solidaritätserklärung zur “Initiative gegen rechte (Hooligan) Strukturen”

16.10.12
Die Falken BV Braunschweig:
Solidaritätserklärung des Bezirksvorstandes

15.10.12
Jusos Stadt Braunschweig:
„Solidarität im Kampf gegen rechts“

Antifaschistische Gruppe Braunschweig:
Solidarität mit allen Antifaschist_innen!

BASCH-Blog:
»Die tun uns nichts, dann ist das doch okay.«

14.10.12
Publikative.org:
Braunschweigen: Kein Mittel gegen Nazis

12.10.12
Spiegel:
Braunschweig-Vorsänger duldet Rechtsextreme

Grüne Jugend BS:
PM zu rechten Hooligans in Braunschweig

DingeDieDaSind-Blog:
„Fußball bleibt Fußball & Politik bleibt Pol…“ – Moment mal

11.10.12
11 Freunde:
Eintracht-Braunschweig-Vorsänger Thilo Götz im Interview

10.10.12
Jan Tölvar:
Interview mit Ultras Braunschweig

11 Freunde:
Eintracht Braunschweig reagiert auf die Neonazi-Vorwürfe

abseits°:
“UB”s, I did it again – die Wahrheit liegt in der Kurve

Eintracht Braunschweig zur Publikation „kurvenlage“

09.10.12
Pressemitteilung der Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

Ultras Braunschweig:
Stellungnahme zu den versuchten Übergriffen auf unsere Gruppe beim Heimspiel gegen den VfL Bochum

Kommentar auf fahnenstange.blogsport.eu

Braunschweig-Spiegel:
DGB-Jugend: Anti-Nazi-Aktivist/Innen werden nach Stadionbesuch kriminalisiert

BZ:
Eintracht kündigt Verhaltenskodex für Fans an

08.10.12
BZ:
Konflikt unter Eintracht-Fans nach Bericht im Internet

11 Freunde:
Rechte Ordner und Nazi-Hools bei Eintracht Braunschweig

07.10.12
taz:
Hooligans bei Eintracht Braunschweig

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Sich ebenfalls stetig aktualisierende Linksammlungen sind unter recherche38.info und direkt bei der Initiative zu finden.

11 Freunde berichtet: Rechte Ordner und Nazi-Hools bei Eintracht Braunschweig

09.10.2012

Rechte Ordner und Nazi-Hools bei Eintracht Braunschweig

»Ihr kommt hier nicht lebend raus!«

Vergangene Woche veröffentlichte die »Initiative gegen rechte (Hooligan)-Strukturen« eine 80-seitige Broschüre, die sich mit Neonazi-Aktivitäten bei Eintracht Braunschweig beschäftigt. Wie erwartet kam es nach dem Spiel gegen Bochum zu Übergriffen von rechten Hooligans. Wir sprachen mit Martin Schmidt, dem Gründer der Initiative, über einen geteilten Fanblock, Ordner in Thor-Steinar-Klamotten und einen Verein im Tiefschlaf.

Interview: Andreas Bock Bild: Imago

Martin Schmidt, es heißt häufig, dass Neonazis ab der Jahrtausendwende sukzessive aus deutschen Fußballstadien verschwunden seien. Ihre 80-seitige Informationsbroschüre »kurvenlage – Rechte Aktivitäten in der Fanszene von Eintracht Braunschweig« zeigt ein anderes Bild. Hat der deutsche Fußball ein Neonazi-Problem?
Das heutige Neonazi-Problem ist nicht mit dem aus den achtziger oder neunziger Jahren zu vergleichen. Dennoch zeigen Fälle in Dortmund, Aachen oder Braunschweig, dass es noch Neonazis in Fußballstadien gibt. Allein, ihre Ausdrucksformen haben sich geändert. Man sieht heute jedenfalls keine Glatzen in Bomberjacken mehr, die Reichskriegsflaggen schwenken.

Sondern?
Sie haben zum Beispiel auch ihre Zaunfahnen mit ihren Slogans und Namen. Und sie sind, jedenfalls im Eintracht-Stadion, in ihren Blöcken anerkannt. So wie die »FettenSchweine / Hungerhaken Braunschweig« oder die »Nord Power Dogs«, deren Name nicht zufällig die gleichen Anfangsbuchstaben wie der einer rechtsextremen Partei hat. Wirklich problematisch ist die Gruppe »Kategorie Braunschweig«

Wieso?
Das ist eine sehr aktive rechte Gruppe, die vor allem Nachwuchshooligans in ihren Reihen hat. Im Gegensatz zu anderen Gruppen, wie etwa der rechten Hooligan-Gruppe »Alten Kameraden«, sind ihre Mitglieder noch nicht so oft vorbestraft. Daher sind sie inner- und außerhalb des Stadions bei Angriffen auf Menschen, die nicht in ihr rechtes Weltbild passen, federführend. Ihre Gesinnung zeigten sie in der jüngeren Vergangenheit beispielsweise dadurch, dass sie an der Spitze eines Fanmarsches anlässlich des Aufstiegs 2011 Parolen wie »Hier marschiert der nationale Widerstand« skandierten.

Warum hat Eintracht Braunschweig in der jüngeren Vergangenheit so wenig gegen Neonazis unternommen?
Das Thema fand viele Jahre kaum mediale Beachtung, daher konnte man es gut unter den Teppich kehren oder verharmlosen. Bestes Beispiel ist eine Podiumsdiskussion Ende April (Titel: »Aus der Mitte der Gesellschaft. Was tun gegen Rechtsextremismus?«, d. Red.), bei dem sich ein Eintracht-Vorsitzender gerade mal zu einem Bekenntnis gegen Extremismus überreden ließ. Doch schon diese Aussage birgt neue Probleme, denn sie setzt Rechts mit Links gleich. De facto haben wir aber keine Probleme mit sogenannten Linksextremisten, sondern mit Rechtsextremisten. Mit Menschen, die andere Menschen diskriminieren und aufgrund von Herkunft oder Geschlecht selektieren und angreifen.

Eintracht-Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt sagte auf der Podiumsdiskussion zum Thema Rechtsextremismus bei Eintracht Braunschweig: »Ich glaube nicht, dass wir aktiv eingreifen müssen, weil ich nicht glaube, dass wir dieses Problem haben.«
Es ist daher nicht verwunderlich, dass auch das Fanprojekt kaum etwas gegen das Problem unternimmt. In dem Arbeitsprofil des neuen Fanbeauftragten ist von präventiven Maßnahmen gegen Gewalt oder Alkoholismus die Rede, doch dort steht nicht ein Wort darüber, wie man Rassismus bekämpfen kann.

Laut Ihrer Broschüre gibt es auch personelle Überschneidungen der Braunschweiger Neonazi-Szene und den Sicherheitskräften im Eintracht-Stadion. Wieso lässt der Verein so etwas zu?
Das ist die große Frage. Tatsächlich sympathisieren einige Ordner mit der rechten Gruppe »Alte Kameraden«.

Welche Auswirkungen hat das auf den Fanblock?
Zum einen fragt man sich natürlich, wie diese Leute ihren Job verrichten. Wie sollen diese Ordner Fans mit »Thor-Steinar«-Klamotten den Eintritt verwehren, wenn sie diese selber tragen. Andererseits solidarisieren sich die Ordner auch gerne mit den Neonazis, wenn es hart auf hart kommt. Als im Dezember 2007 die »Ultras Braunschweig« beim Spiel gegen den VfL Wolfsburg II im eigenen Block von der rechte Fangruppe »Hornburger Jungs«, HJ, angegriffen wurden, ertönten zunächst »Ultras-raus!«-Rufe. Danach schritten die Ordner ein. Ein Ordner trug eine Mütze der Marke »Thor Steinar« und stellte sich demonstrativ auf die Seite der Rechten. Auf einem Foto, das von dieser Auseinandersetzung existiert, kann man sehr gut erkennen, wie er die Konfrontation mit den Ultras sucht.

Ist dieser Ordner Teil eines Security-Unternehmens oder wurde er vom Verein eingestellt?
Er kommt von einer externen Firma, steht aber bereits seit sieben oder acht Jahren vor Block 9. Erwähnenswert ist außerdem, dass der Verein verdiente Ordner auch zu Auswärtsspielen mitnimmt. Der besagte Ordner gehört dazu. Ihm vertraut man also. Auch beim Heimspiel am vergangenen Samstag gegen den VfL Bochum war er im Einsatz. Da war es wieder einmal erschreckend zu sehen, wie Ordner und Neonazis miteinander kommunizieren. Manchmal geht es dabei nur um Gesten oder Blicke. Da standen etwa Ordner und Neonazis am Aufgang und unterhielten sich über die Geschehnisse der letzten Tage und beäugten Mitglieder der Initiative oder von »Ultras Braunschweig« am Getränkestand.

Ihre Broschüre erschien drei Tage vor dem Spiel gegen den VfL Bochum. Haben Sie mit Reaktionen der Neonazis gerechnet?
Wir haben befürchtet, dass was folgen wird. Deshalb sind wir sehr früh ins Stadion gefahren. Und natürlich gab es Sprüche. Der erste stammte von einem alten Bekannten, ein ehemaliger Vorsänger der Fankurve. Er sagte: »Ihr kommt hier nicht lebend raus!« Dieser Mann hat übrigens etliche Privilegien im Stadion. Er darf zum Beispiel seine eigenen Fanklamotten und Schals verkaufen. Später sah ich ihn noch einmal, da zog er seinen Daumen über seine Kehle. Ende der zweiten Halbzeit entrollten wir dann das Banner »Keine Eintracht mit Nazis«.

Wie sind Sie aus dem Stadion gekommen?
Wir mussten nach dem Schlusspfiff etwa 30 Minuten im Block warten, da die Polizei die Situation außerhalb des Stadions nicht unter Kontrolle bekam. Schließlich wurden wir, Mitglieder der Initiative und von »Ultras Braunschweig«, im Polizeikessel zum Gästeparkplatz geleitet, um dort per Shuttlebus in einen anderen Stadtteil gebracht zu werden. Die rechten Hooligans versuchten währenddessen zu unserer Gruppe durchzubrechen und diese anzugreifen.

Woher wussten die Hooligans über Ihren Plan Bescheid?
Das wissen wir nicht. Unseren Abfahrtsweg kannten nur Mitarbeiter, des Vereins, das Fanprojekt, die Polizei – und die Ordner.

Ihrer Initiative gehören auch einige Braunschweiger Ultras an. In den Jahren zuvor haben sich die Ultras und aktiven Fans allerdings ähnlich lethargisch verhalten wie der Verein. Warum?
In den achtziger und neunziger Jahren sind die Braunschweiger Hooligans sehr aktiv gewesen. Vor allem die rechten Hools haben sich über die Zeit eine Hoheit im Stadion erarbeitet, so dass sogar Mitglieder der mittlerweile verbotenen FAP offen Werbung vor dem Stadion machen konnten. Nachdem die Ultras aufkamen, gab es nie einen wirklich großen Bruch, was vor allem daran lag, dass einige Mitglieder der frühen Braunschweiger Ultra-Szene auch rechts waren. Es gab also nur einen kleinen Teil von aktiven Fans, der dagegen opponierte. Doch das Gewaltmonopol lag und liegt eben bei den rechten Hooligans.

Wie steht es heute um die Ultraszenen?
Die »Ultras Braunschweig« haben sich mittlerweile gesundgeschrumpft. Von 150 Leuten sind vielleicht noch 50 da. Sie werden aktiver werden, denn sie kreiden sich auch selbst an, in der Vergangenheit zu wenig gegen die Neonazis im Stadion unternommen zu haben. Die Stimmung im Fanblock wird aktuell aber maßgeblich von »Cattiva Brunsviga« organisiert. Eine Gruppe die sich als unpolitisch bezeichnet, aber auch keinen Kontakt mit rechten Hooligans scheut.

Welche Reaktionen haben Sie auf Ihre Informationsbroschüre bekommen?
Der Verein will das Problem prüfen. So heißt es jedenfalls in einem Bericht der »taz«. Ansonsten hoffe ich auf breite Solidarität.

Auch unter den normalen Fans?
Es gibt ein Kernproblem bei der Diskussion um Neonazis beim Fußball: Viele Leute denken, dass diejenigen, die solche Themen ansprechen, dem Verein ins Knie
schießen wollen. Doch darum geht es nicht. Es geht darum, dass es Probleme gibt, die man benennen und die man bekämpfen muss.

Quelle: 11freunde.de/interview/rechte-ordner-und-nazi-hools-bei-eintracht-braunschweig

Die taz berichtet: Hooligans bei Eintracht Braunschweig

07.10.2012

Hooligans bei Eintracht Braunschweig
Nicht alle Fans sind rechts

Der Zweitligaverein Eintracht Braunschweig hat ein Neonazi-Problem im Fanblock. Eine Initiative will nun gegen diese rechten Strukturen vorgehen – so ganz ohne Hilfe der Polizei geht das aber nicht.
von Andreas Speit

HAMBURG taz | „Ihr kommt hier nicht lebend raus“: Im Stadion von Eintracht Braunschweig ist das keine leere Drohung. Solche und ähnliche verbalen Anfeindungen von rechten Fans und Hooligans hat die Polizei jedoch ernst genommen.

Am Samstag verließen deswegen nach dem Spiel von Eintracht Braunschweig gegen VfL Bochum die Ultra-Fans und die „Initiative gegen rechte Hooligan-Strukturen“ unter massivem Polizeischutz das Stadion. „Wir wollten im Stadion direkt ein deutliches Zeichen gegen rechtsextreme Fußballfans setzten“, sagt Martin Schmidt von der Initiative.

Vor Spielbeginn hatten über 90 Fans der Gruppe „Ultras Braunschweig“ und der Initiative das Stadion an der Hamburger Straße geschlossen betreten. Die Anfeindungen erfolgten, als sie sich im Block 15 platzierten. „Mit solchen Reaktionen hatten wir gerechnet“, sagt Schmidt. Denn genau wegen des Auftretens und der Angriffe der rechtsextremen Fangruppen wie „Kategorie Braunschweig“ oder „Blue Berets Brunswiek“ hatten sie diese Aktion geplant.

Im Stadion hielt die Initiative während des Zweitligaspiels Transparente hoch. Eine Botschaft: „Keine Eintracht mit Nazis“. Die Untätigkeit des Vereins hätte solche Bekenntnisse von Fans nicht zugelassen, sagt der Sprecher der Initiative. „Der Verein bekannt sich klar gegen jede Form des Extremismus“, sagt auch Miriam Herzberg, Pressesprecherin bei der Eintracht.

„Diese Gleichsetzung von rechts und links“ hält die Initiative für fatal. In den letzten Jahren seien rund um den Verein gewalttätige Übergriffe mit rechtem Hintergrund aufgefallen. Allein sieben rechte Fanzusammenschlüsse zählt die Initiative. „Bei den ’Blue Berets Brunswiek‘ sind auch Person von der Kameradschaft Burschenschaft Thormania“, sagt Schmidt.

Aufnahmen belegen die personellen Überschneidungen. Anhänger der „Nord Power Dogs“, deren Kürzel wohl nicht zufällig an eine einschlägige Partei erinnert, beteiligten sich an Aufmärschen.

In einer 80-Seiten starken Broschüre listet die Initiative nun verschiedene Übergriffe auf: Nach dem Spiel Eintracht Braunschweig gegen St. Pauli 2011 grölten rechte Hooligans „Verpisst euch, ihr Zecken“ und „Ihr Juden“ und griffen Eintracht-Fans beim Stadion an. Auf Mallorca, in Palma, schlugen Anhänger von „Kategorie Braunschweig“ und „Fette Schweine/Hungerhaken Braunschweig“ am 19. Juli 2011 in der Diskothek „Bierkönig“ auf Gäste und einen dunkelhäutigen Kellner ein. In der Braunschweiger Innenstadt gingen 2012 rechte Fußballfans immer wieder auf linke Jugendliche und junge Erwachsene los.

Bereits beim Spiel erhöhten die Vereinsbeauftragten so auch die Sicherheitsvorkehrungen. Nach Spielende mussten die Ultras und die Initiative fast 30 Minuten warten. Im Polizeikessel wurden sie dann zum Gästeparkplatz gebracht, wo Busse auf sie warteten. „An die 40 rechten Hooligans haben wohl versucht an einer anderen Stelle eine Polizeisperre zu durchbrechen, um uns anzugreifen“, sagt Schmidt. „Im Großen und Ganzen kann ich den Verlauf so bestätigen“, sagt ein leitender Polizeibeamter.

Mit ihren Aktivitäten hofft die Initiative, bei Eintracht Braunschweig eine offene Diskussion über die rechtsextremen Fans und deren politischem Handeln voranzutreiben. „Nicht alle Fans von Eintracht sind rechts. Wir sind gegen Nazis, nicht gegen Eintrachtfans“, sagt Schmidt. Doch die „jahrelange Ignoranz dieser Problematik hat ein Klima im Stadion geschaffen, in dem Nazis sich wohl fühlen“.

Im Ordnerdienst fiel ihnen gar ein Rechtsextremer auf. Einige Ordner hätte gerne die von Rechtsextremen beliebte Marke „Thor Steinar“ getragen, heißt es in der Broschüre, die die Initiative auch dem Verein zukommen ließ. „Alle Abteilungen des Vereins überprüfen die Angaben“, sagt Herzberg.

Quelle: taz.de/Hooligans-bei-Eintracht-Braunschweig

kurvenlage – Rechte Aktivitäten in der Fanszene von Eintracht Braunschweig

Ab heute ist die 80-seitige Informationsbroschüre kurvenlage auf nonazisbs.blogsport.de verfügbar. Inhaltlich beschäftigt sich diese mit rechten Aktivitäten innerhalb der Fanszene von Eintracht Braunschweig. Diese Broschüre richtet sich dabei nicht pauschal gegen alle Anhänger*innen des BTSV. Viel mehr sollen mit Hilfe eines historischen Abrisses über rechte Tendenzen innerhalb der Fanszene, einem Überblick der dahinter stehenden Strukturen und einer Chronologie rechter Übergriffe aus den letzten Jahren alle Eintrachtfans für dieses Thema sensibilisiert werden.

Des Weiteren finden sich in der Broschüre Beiträge zum Thema „Fußball und Politik“, „Rassismus in deutschen Stadien“, der rechten Kleidungsmarke Thor Steinar, der Rechtsrockband Kategorie C, sowie ein Interview mit dem Fanprojekt Bremen.

Wir wollen damit einen Teil dazu beitragen, dem rechten Konsens im Hooliganspektrum und Teilen der Fanszene entgegen zu wirken. Denn Fußball ist für alle da, aber bestimmt nicht für Nazis und Rassist*innen.

Initiative gegen rechte (Hooligan-)Strukturen

Online-Version der Broschüre

Download als PDF-Dokument (4MB)

Quelle: nonazisbs.blogsport.de

Fußball und Männlichkeit

Die Antifaschistische Gruppe Braunschweig (AGB) veranstaltet den aktuellen Antifa Info Abend und hat zu diesem den Journalisten Jan Tölva eingeladen, der über o.g. Thema referiert.

Antifa Info Abend Do, 26.07 – 19 Uhr – Nexus – Fußball und Männlichkeit

Wenn von Fußball und Geschlechterverhältnissen die Rede ist, wird für gewöhnlich sofort von Frauen gesprochen. Kaum jemand spricht von den männlichen Fußballfans. Dabei sind zwei Drittel der Fußballfans männlichen Geschlechts. Bei Ultras ist die Quote sogar noch deutlich höher. Kann das Zufall sein?

Dieser Vortrag soll sich mit den Themen Männlichkeit und Fankultur beschäftigen und mit der Frage wie beide zusammenhängen. Es wird ein Blick geworfen auf die Rituale und die Alltagspraxis von Fußballfans und darauf wie diese performativ Identität(en) konstruieren. Dabei wird davon ausgegangen, dass „Männlichkeit“, wie sie in dieser Gesellschaft gelebt wird durchaus ein Problem darstellt, mit dem es sich zu beschäftigen gilt, wenn eine antihomo- und trans*phobe, antisexistische und patriarchatskritische oder anders gesagt eine feministische und emanzipatorische Kritik und Praxis entwickelt werden soll.“

* Jan Tölva ist freier Journalist, Soziologe und Fußballfan und lebt derzeit in Berlin.

Am Donnerstag, 26.07.2012 ab 19 Uhr im Nexus Braunschweig

Quelle: agb.blogsport.de

Nazi-Hools greifen Wohnwelt an

In Wunstorf nahe Hannover wurde am 19.05.2012 das Kultur- & Kommunikationszentrum Wohnwelt Wunstorf von Bremer Nazis-Hools angegriffen.
Dazu gibt es folgende Pressemitteilung der VeranstalterInnen und einen Beitrag auf der Info-Seite des Norddeutschen Rundfunks:

Naziangriff auf die Wohnwelt +++ 20.05.2012

Pressemitteilung

Stellungnahme des Vereins Lebenstraum – Wohnwelt Wunstorf zu den Vorkommnissen in der Nacht vom 19.- auf den 20. Mai. 2012

Am Samstag, dem 19. Mai 2012, fand in den Räumlichkeiten der Wohnwelt Wunstorf eine
Electro-Party statt, zu welcher etwa 180, zumeist jugendliche Gäste gekommen waren.

Im Laufe der Veranstaltung um circa 22:20 Uhr betraten 2 männliche Personen mittleren Alters den Thekenraum. Äußerlich unverkennbar waren Tattoos sowie übliche Bekleidung der rechten Szene zu erkennen. Unter anderem SS-Runen sowie ein Poloshirt mit der Inschrift der rechtsradikalen Hooligangruppe „Standarte Bremen“. Diese fragten ohne Scheu und selbstbewusst nach 2 Getränken und blieben circa 10 Minuten, in denen sie aufmerksam Personen musterten und die räumlichen Gegebenheiten besichtigten.

Nachdem Beide die Wohnwelt wieder verließen hielten sie sich in einer Gruppe von circa 5-7 Personen auf der gegenüberliegenden Straßenseite auf.
Etwa eine dreiviertel Stunde später sprach besagte Gruppe dort einen Gast der Veranstaltung an und einer der Männer schlug ihm ohne Vorwarnung frontal ins Gesicht.
Der Angegriffene zog sich daraufhin in die Wohnwelt zurück.
Komplett koordiniert und auf ein bestimmtes Zeichen abgesprochen, stürmten besagte 5-7 Personen sowie 15 weitere Personen aus dem Hintergrund in einer sicheren Angriffskonstellation auf die Wohnwelt zu. Innerhalb weniger Sekunden, während Verantwortliche Kräfte der Wohnwelt Gäste in Sicherheit bzw. in das Gebäude zu bringen versuchten, erreichte die Gruppe bereits den Eingangsbereich, drang mit Gewalt durch die Haupteingangstür, welche von innen versucht wurde zuzuhalten, ein und griff männliche sowie weibliche Gäste der Veranstaltung auf brutalste Weise an. Hierbei kamen unter anderem Teleskopschlagstöcke, Schlagringe und so genannte „Chakos“ zum Einsatz. Während der Dauer des Angriffs fielen seitens der Rechtsradikalen immer wieder „Wo ist die Antifa?!“-Rufe sowie weitere einschlägige Sätze betreffend der politischen Ausrichtung und der Suche nach einem „Gegner“. Die Gäste wurden vollkommen unkontrolliert in den Rücken getreten, geschlagen und gejagt. Eine Person wurde über einen Kicker-Tisch geworfen und am Boden liegend weiter zusammengetreten. Inventar wurde umgeschmissen und Türen versucht aufzutreten.
Durch entschlossenes Handeln einiger Anwesender im Veranstaltungsraum konnte den Angreifern der Zugang zu diesem verwehrt werden, während die restlichen Gäste in den Flur- und Küchenbereich im hinteren Teil des Gebäudes flüchteten.

Ebenso koordiniert wie der Angriff verlief, zog sich die Gruppe zügig geschlossen zum Bahnhof zurück.

Die gerufene Polizei erreichte wenig später den Bahnhof und setzte die Angreifer fest.

Durch das brutale Vorgehen der Angreifer wurden ca. 10 Personen leicht verletzt, sowie 2 Personen derart, dass sie in umliegende Krankenhäuser verbracht werden mussten. (U.a. Rücken- und Kopfverletzungen).

Im Verlaufe der Polizeilichen Maßnahmen konnte beobachtet werden, wie die Angreifer, die sich bereits im von der Polizei gestoppten Zug befanden, die Kleidung untereinander tauschten, um das Wiedererkennen durch Zeugen zu erschweren.

Ein großes Problem stellte sich dadurch dar, dass es den verantwortlichen der Veranstaltung nicht möglich war, die Gäste in die schwerer zugängliche und dadurch erheblich sicherere obere Etage zu verbringen, da diese von der Stadt nicht an die NutzerInnen der Wohnwelt freigegeben wird.

Dass es sich bei dem Angriff mitnichten um „gelangweilte Fußballfans auf der Durchreise“ handelte, sondern um einen organisierten Angriff von Rechtsradikalen, zeigt sich unter Anderem durch die gezielten Rufe der Männer nach „Antifas“, durch ihr politisch eindeutiges Auftreten und die Koordination des Angriffs.
Da sich die Personen über eine Stunde am Bahnhof aufhielten, ist deutlich, dass sie nicht auf ihren Zug nach Bremen warteten, da dieser bereits eine Stunde eher gefahren wäre, sondern nach dem Ausspionieren der Veranstaltung auf einen geeigneten Zeitpunkt für einen Angriff warteten.

Die Verantwortlichen des Vereins Lebenstraum e.V. rufen Geschädigte und Zeugen dazu auf, sich per Mail oder auf anderem Weg beim Verein zu melden um einen persönlichen Kontakt herzustellen und gegebenenfalls Unterstützung bei weitergehenden Maßnahmen leisten zu können.
(Mail: wohnwelt-bleibt@gmx.de)

Quelle: wohnweltwunstorf.de

Rechtsextreme greifen Jugendliche an
von Stefan Schölermann, NDR Info

Es sollte eine fröhliche Feier werden – doch das Fest endete gewaltsam: Schuld daran sind zwischen 15 und 20 Fußball-Randalierer aus Bremen, die etwa eine halbe Stunde vor Mitternacht am Sonnabend vom Bahnhof Wunstorf (Region Hannover) in das nahegelegene Jugendzentum „Wohnwelt Wunstorf“ gezogen waren, um offenkundig die Feier von rund 180 Jugendlichen „aufzumischen“.

Mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus

Nach Augenzeugenberichten kamen zunächst zwei der Hooligans zum Einlass, um Bier für den Rest der Truppe zu kaufen. Als ihnen das verweigert wurde, verschafften sich die Fußballhooligans gewaltsam Zutritt und prügelten auf die Jugendlichen ein. Die Bilanz der Attacke nach Polizeiangaben: fünf leichtverletzte Jugendliche. Ein junger Mann musste außerdem mit dem Notarztwagen ins Krankenhaus gefahren werden – ihn hatten die Schläger offenkundig in den Rücken getreten. Erst als mehrere Streifenwagen aus der Region am Ort des Geschehens eintrafen, konnten die Schläger gestoppt werden.

Embleme der „Standarte 88″

Ganz offenkundig war die Attacke geplant – und es besteht aus Sicht von Augenzeugen erkennbar ein politischer Hintergrund. Denn einige der Schläger sollen Kennzeichen der berüchtigten und extrem rechten Hooligantruppe „Standarte 88″ aus Bremen getragen haben. Die „Wohnwelt Wunstorf“ ist schon öfter Ziel rechtsextremer Attacken gewesen, denn hier sind gelegentlich auch Jugendliche zu Gast, die sich bewusst als Antifaschisten bezeichnen.

Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Die Schläger waren aus Essen gekommen und wollten die Wartezeit auf den Anschlusszug offenbar für einen Angriff auf den Jugendtreff nutzen. Ihre Abreise allerdings verzögerte sich: Bundespolizei rückte an und ließ den Zug nach Bremen erst nach einer Personalienfeststellung weiterreisen. Auch darauf waren die Hooligans offenbar vorbereitet. Augenzeugen berichten, die Schläger hätten noch auf dem Rückweg zum Zug untereinander Kleidungsstücke getauscht, um damit eine Identifizierung zu erschweren. Um weitere Straftaten zu verhindern, blieben die Beamten dann gleich bis Bremen an Bord des Zuges. Die Polizei ermittelt nun wegen gefährlicher Körperverletzung und Hausfriedensbruchs.

Quelle: ndr.de

Fotoquelle: wohnweltbleibt.blogsport.de

Böses Deutschland

Spruchband in der Kurve beim Spiel FC Sankt Pauli – Eintracht Braunschweig am 26.02.2012 in Hamburg.


„CATTIVA & NAZIS HAND IN HAND
ZONENRAND MEETS VATERLAND“

Foto via KleinerTods FC St. Pauli Blog